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Historisches Freischießen

Das historische Freischießen hat eine alte Tradition in Wennigsen und ist zurückzuführen auf die Bauern- und Bürgerwehr des Mittelalters.
Es wird seit ca. 150 Jahren alle drei Jahre gefeiert.
Es ist ein Fest für alle Bewohner, historisch gewachsen und traditionell begründet.
Die Schützengesellschaft "Historisches Freischießen" wird zu jedem Fest neu gegründet.
"Freischießen" ist eine Rückbesinnung auf die Zeit des 30jährigen Krieges.
Die Leute mussten sich damals "frei schießen", d.h. im Manöver beweisen, dass sie mit dem Gewehr umgehen konnten.
Eine Urkunde besagt, dass im Jahre 1585 wehrfähige Männer aus Wennigsen nach der Feste Calenberg zur Musterung mussten.
Bunte Umzüge und Paraden prägen das Bild.

„Wennigser Schützenfest ... ganz groß! Vom ersten Böllerschuss an eine vorbildliche Dorfgemeinschaft“.

So betitelte die Deister-Leine-Zeitung ihren Bericht über das erste Freischießen nach dem Zweiten Weltkrieg im Juni 1954. Diese Schlagzeile verdeutlicht sehr schön, was das Wennigser Fest von anderen, gewöhnlichen Schützenfesten unterscheidet. Es ist ein historisches Volksfest im wahren Sinne des Wortes - ein echtes Dorfgemeinschaftsfest. Im Gegensatz zu anderen Festen, die in der Regel von einzelnen Vereinen veranstaltet und getragen werden, ist am Historischen Freischießen die ganze Bevölkerung, quer durch alle Gruppen und Vereine, beteiligt. Viele hundert Wennigser Bürger tragen aktiv oder durch Spenden zum Gelingen dieses Festes bei. Alle Mitwirkenden bilden Wochen vor dem Fest beim „Losmachen“ die Schützengesellschaft, die sich nach dem Fest wieder auflöst, um wenige Jahre später zum nächsten Freischießen wieder neu gegründet zu werden.

Dieser in der Region einzigartige Charakter des Wennigser Volksfestes war auch der Grund für die Umbenennung des Festes im Jahr 1961. Noch bis 1958 war es immer als „Historisches Schützenfest“ gefeiert worden. Dieser Name erschien den damals Aktiven jedoch zu missverständlich. Unter einem Schützenfest stellte man sich bereits damals ein Vereinsfest vor, von einem Schützenverein abgehalten, mit Schießwettkampf und ansonsten stark kommerziellem Charakter, dominiert von Fahrgeschäften und Verzehrbuden. Deshalb beschloss die Schützengesellschaft von 1961, das historische Volksfest, der ursprünglichen Bezeichnung „Fraischeiten“ entsprechend, umzubenennen in „Historisches Freischießen“. Hierdurch wird die Unverwechselbarkeit schon im Namen deutlich. Bereits im Programmheft des „Historischen Schützenfestes“ von 1954 hieß es:

„Vielleicht wird mancher, der das hiesige Fest nicht kennt, ein gewöhnliches Schützenfest erwarten, und den Vorbereitungen teilnahmslos gegenüberstehen oder sich passiv verhalten. Für den alten Wennigser bedeuten diese Tage doch aber mehr; es ist für ihn dasselbe wie für den Münchener das Oktoberfest oder für den Kölner der Karneval. Selbst ältere Männer lassen es sich nicht nehmen, immer wieder daran teilzunehmen. Jeder fühlt sich so, als ob das Gelingen von ihm allein abhängt.

Letzte Aktualisierung: 8. September 2010