Dies und Das
Pressemitteilung in der Hannoversche Allgemeine Zeitung vom Mi. 23.01.2002

Bredenbeck / 56-Cent-Wertzeichen erscheint am 7. Februar

Post bringt Sondermarke zum 250 Knigge-Geburtstag heraus

Erinnerung an den Sammler der Benimmregeln: die Sondermarke zum Geburtstag des Freiherrn Knigge.

Emmert

 

Die Deutsche Post AG bringt am 7. Februar bundesweit eine Sonderbriefmarke anlässlich des 250. Geburtstages von Adolph Freiherr Knigge heraus. Das Porträt des Adeligen vom Deister ziert die 56-Cent-Marke, die von dem Hamburger Grafiker und Designer Peter Nitzsche entworfen wurde

Die Sonderbriefmarke ist offenbar nicht zuletzt dem persönlichen Einsatz von Philipp Held, Vorsitzender des Heimatbundes Bredenbeck, zu verdanken. „Insgesamt wurden für das Jahr 2002 gut 1000 Vorschläge für Sondermarken gemacht, und deshalb bin ich sehr stolz, dass es mir gelungen ist, unsere Idee unter den 57 Sondermarken, die in diesem Jahr herauskommen, zu platzieren“, sagt Held. 

Am 8. Februar beginnt im Schullandheim, dessen Herbergsvater Held ist, eine große Briefmarken-Klebe-Aktion. „Wir haben 1000 Faltkarten mit Informationen und einem Porträt über Knigge drucken lassen, in die die Sondermarke eingeklebt werden muss“, berichtet Held. Für diese Aktion würden noch Helfer gesucht, die sich bei Held melden können. Im Anschluss an die Aktion werden die 1000 Karten nach Berlin geschickt, wo sie mit einem Knigge-Sonderstempel versehen werden. „Sobald die Karten zurück sind, werden wir sie der Öffentlichkeit in einer kleinen Feierstunde vorstellen und die Drucke für zwei Euro zum Verkauf anbieten“, erklärt Held.

Da Held noch nicht genau weiß, wie lange es dauert, bis die fertig gestempelten Karten aus Berlin zurück sind, steht der Termin für die Feierstunde noch nicht fest. „Ich rechne damit, dass wir die Karten nach etwa zwei Wochen wiederhaben“, sagt der Briefmarkenfreund. Die Feierstunde soll in der ehemaligen Poststube im jetzigen Hotel Steinkrug organisiert werden. „Das passt sehr gut, denn das Haus gehörte der Familie Knigge“, berichtet Held. Zu der Feierstunde sollen Vertreter aus Rat, Verwaltung und öffentlichem Leben eingeladen werden.

Im Februar 1998 war im Vorstand des Heimatbundes die Idee geboren worden, eine Briefmarke zu Ehren von Knigge zu beantragen. Philipp Held schrieb daraufhin an die Bundesanstalt für Post und Telekommunikation – und lag falsch. „Zuständig ist das Bundesfinanzministerium“, erklärt Held. „Im März 2001 habe ich dann tatsächlich erfahren, dass wir zu Ehren von Knigge die Sondermarke bekommen.“ Für den Entwurf der Sondermarke wurde ein Wettbewerb unter zehn Künstlern, Designern und Grafikern ausgeschrieben. Ihnen musste Held alles verfügbare Material über Knigge, kopiert in zehnfacher Ausfertigung, zuschicken. Am Ende machte der Hamburger Peter Nitzsche das Rennen.

em

Stichwort

Adolph Freiherr Knigge

Adolph Freiherr Knigge wurde am 16. Oktober 1752 in Bredenbeck geboren und starb am 6. Mai 1796 in Bremen. Berühmt gemacht hat ihn sein Werk "Über den Umgang mit Menschen", das 1788 in zwei Bänden erschien. Noch heute gehört das Werk, im Volksmund "der Knigge" genannt, zum Standard aller Benimmregeln. Der Schriftsteller wurde nach seinem Jurastudium von 1769 bis 1722 in Göttingen und Assessortätigkeit in Kassel auf Vorschlag von Goethe Weimarer Kammerherr. 1790 wurde Knigge zum Oberhauptmann in Bremen befördert und war von 1780 bis 1784 zudem führendes Mitglied des Illuminaten-Ordens. Knigge schrieb nach seinem Hauptwerk überwiegend witzig-ironische Romane, Satiren, Dramen sowie politische Werke. Dass Knigge unter anderem auch sechs Klaviersonaten und Fagottkonzerte komponierte, wissen allerdings nur Fachleute. Noch heute leben einige der Nachfahren des Freiherrn in Bredenbeck.

em


letzte Änderung: 31.01.02